Aus- und Weiterbildungen auf einen Blick

Die Trainer*innenausbildung im FVM erhält ein neues Gerüst. Zu Grunde liegt ein Beschluss des DFB-Präsidiums, der die Schaffung einer neuen Entwicklungstreppe und eines einheitlichen Bildungsverständnisses in der Qualifizierungsarbeit vorsieht.

Auf dieser Seite lesen Sie, welche Qualifizierungsangebote zentral in der Sportschule in Hennef und welche dezentral in den Kreisen angeboten werden. Über die Verlinkungen erhalten Sie zudem die wichtigsten Informationen zu den einzelnen Qualifizierungsangeboten. Sie erfahren, welche Ausbildungsziele, Inhalte und Voraussetzungen die Lehrgänge vereinen und wie Sie sich für die Lizenzen anmelden können. Ebenso können Sie sich vom FVM-Lizenzkompass bei Ihrer Lehrgangswahl optimal beraten lassen, sich über die FAQs über die neue Ausbildungsordnung grundlegend informieren und die richtigen Ansprechpersonen für Ihr Anliegen finden.

Die Anmeldung für nahezu alle Lehrgänge erfolgt zentralisiert über den FVM-Veranstaltungskalender.

FVM-Lizenzkompass: Die Lehrgangsberatung

Der FVM-Lizenzkompass ist ein digitales Tool, welches Trainer*innen, Schiedsrichter*innen und Funktionär*innen im Verein und im Verband bei der Wahl der geeigneten Qualifizierungsmaßnahme unterstützen soll.

Trainer*in, Schiedsrichter*in oder Funktionär*in? Schneller Einstieg oder vielseitige Ausbildung? Eigenständiges Zertifikat oder umfassende Lizenz? Lassen Sie sich mit dem FVM-Lizenzkompass beraten, welches Qualifizierungsangebot zu Ihren Voraussetzungen und Wünschen passt.

Der FVM-Lizenzkompass berücksichtigt

  • Ihre Funktion im Verein und im Verband,
  • Ihre bevorzugte Zielgruppe und die angestrebte Niveaustufe sowie
  • Ihre Vorqualifikationen

und schlägt Ihnen darauf basierend Ihr zielgruppenspezifisches Qualifizierungsangebot vor und vermittelt erste Informationen zu Einsatzbereichen, Schwerpunkten, Umfang und Dauer des Lehrgangs.

Der FVM-Lizenzkompass als Entscheidungshilfe: Hier gelangen Sie zum FVM-Lizenzkompass.


Allgemeine Informationen


Ausbildungskoordinatorin Conny Pothmann im Interview

Die Ausbildung von Trainer*innen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Digitale Lernphasen, neue Methodiken und ein größerer Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung prägen inzwischen die Lehrgänge in den Fußballkreisen. Cornelia Pothmann ist als Ausbildungskoordinator im Kreis Berg tätig. Im Gespräch erzählt sie, wie er Ausbildungskoordinator wurde, welche Herausforderungen er bewältigen muss und weshalb gute Trainer weit mehr sind als reine Fußballlehrer.  

  • „Menschen investieren Woche für Woche ihre Zeit“

    „Menschen investieren Woche für Woche ihre Zeit“

    Cornelia Pothmann, wie bist du zur Ausbildungskoordinatorin im Kreis Berg geworden?

    Vielen Dank für die Interviewanfrage. Ich freue mich, etwas über meine Arbeit als Ausbildungskoordinatorin erzählen zu dürfen.  Mein Name ist Cornelia (Conny) Pothmann, ich bin Mitte 30 und seit 2007 in der Kreis- und Verbandsarbeit tätig. Angefangen habe ich als Staffelleiterin auf Kreisebene, bevor ich 2009 Jugendbildungsbeauftragte geworden bin. Dieses Amt habe ich dann 2017 gegen die Ausbildungskoordination getauscht. Seitdem bin ich Mitglied im Kreisvorstand. 

    Was macht ein Ausbildungskoordinator konkret? Wie sieht dein Alltag aus?

    Ich bin hauptverantwortlich für die Planung, Durchführung und Referenten der Lehrgänge auf Kreisebene. Dazu gehört der DFB-Basis-Coach, die DFB C-Lizenz sowie Fortbildungseinheiten. Mein Alltag „im Dienst“ besteht vor allem darin, die Kurse zu planen, die Terminierung mit den ausrichtenden Vereinen zu besprechen, die Referenten zuzuteilen und die Kurse im DFBnet einzustellen, damit sich Interessenten anmelden können. Auch die Einrichtung der Kurse auf der Onlineplattform Edubreak gehört vor jedem Lehrgang dazu. Termine und Aufgaben anpassen und die Teilnehmende einladen. Den größten Part nimmt aber tatsächlich die Kommunikation mit Interessenten oder später Teilnehmenden in Anspruch. Es laufen sehr viele Mails hin und her, in dem Fragen geklärt oder Unterlagen kontrolliert werden. Diese Mails werden nicht selten spät abends oder am Wochenende verfasst, denn ich arbeite im Hauptjob in einem ganz anderen Bereich als Fußball. Daher bleibt für den Teil nicht selten nur die Abendstunden.

    Wie sieht für dich eine gute Nachwuchsausbildung in deinem Kreis aus?

    Eine gute Nachwuchsausbildung stellt die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt – nicht kurzfristige Ergebnisse oder Meisterschaften. Entscheidend ist, dass sich jede*r Spieler*in sportlich und persönlich weiterentwickelt. Im Kinder- und Jugendfußball sollte Erfolg daher vor allem an der individuellen Entwicklung und nicht am Ergebnis gegen den Nachbarverein gemessen werden. Wettkampf und Ergebnisse gehören selbstverständlich zum Fußball, sollten aber erst dann in den Fokus rücken, wenn die Grundlagen gelegt sind. Ich wünsche mir, dass dieses Verständnis im gesamten Fußballkreis Berg gelebt wird: erst fördern und entwickeln, dann mit Freude und einer guten Ausbildung in den Wettbewerb starten.

    Wie eng arbeitest du mit Vereinen und Trainern zusammen – und wo gibt es manchmal Herausforderungen?

    Die Zusammenarbeit mit den Vereinen besteht meistens in der Planung der Kurse oder in Form von Informationsaustausch zu den verschiedenen Qualifizierungsmöglichkeiten, die Vereine und ihre Trainer*innen in der Qualifizierung haben. Interessierte können sich bei mir melden und ebenfalls nach den Möglichkeiten fragen. Ansonsten bin ich während der Kurse selbst auch oft vor Ort, teilweise auch selbst als Referentin im Einsatz. Meine persönliche, größte Herausforderung ist nicht selten die Zeit. Wie wahrscheinlich viele Ehrenamtliche wünsche ich mir manchmal einfach etwas mehr Zeit – denn der Fußball findet meist nach Feierabend oder am Wochenende statt.

    Was macht den Fußball in deinem Kreis besonders?

    Ich finde, dass den Fußballkreis Berg vor allem das große ehrenamtliche Engagement auszeichnet. In vielen Vereinen investieren Menschen Woche für Woche ihre Freizeit, um Kindern und Jugendlichen den Fußball zu ermöglichen. Gleichzeitig gibt es eine gute Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und dem Kreis. Natürlich gibt es auch unterschiedliche Meinungen – aber am Ende verbindet uns alle die Leidenschaft für den Fußball und der Wunsch, den Nachwuchs bestmöglich zu fördern.

    Welche Rolle spielen Persönlichkeit und Werte in der Trainerausbildung?

    Für mich spielen Persönlichkeit und Werte eine genauso wichtige Rolle wie das fachliche Wissen. Natürlich müssen Trainer*innen Fußball verstehen und Inhalte vermitteln können. Genauso wichtig ist aber, wie sie mit ihren Spielerinnen und Spielern umgehen. Kinder und Jugendliche orientieren sich an ihren Trainern – sie sind Vorbilder. Werte wie Respekt, Fairness, Teamgeist und Verantwortung werden deshalb nicht nur erklärt, sondern vor allem vorgelebt.

    Ein guter Trainer und eine gute Trainerin zeichnen sich für mich durch Authentizität, Empathie und eine wertschätzende Kommunikation aus. Wer ehrlich, verlässlich und konsequent handelt, schafft Vertrauen und fördert ein positives Mannschaftsklima. Moderne Trainerausbildungen greifen diese Themen bewusst auf und regen dazu an, den eigenen Führungsstil zu reflektieren und sich persönlich weiterzuentwickeln. Denn am Ende entwickeln Trainer nicht nur Fußballerinnen und Fußballer, sondern begleiten auch junge Menschen auf ihrem Weg.

    Wo steht die Talentförderung aktuell und wo gibt es noch Verbesserungspotenzial?

    Ich denke, dass die Talentförderung heute deutlich professioneller aufgestellt ist als noch vor einigen Jahren. Nachwuchsleistungszentren, Förderprogramme und moderne Trainingsmethoden bieten vielen talentierten Spielerinnen und Spielern sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten. Verbesserungspotenzial sehe ich vor allem darin, jedes Kind noch individueller zu fördern. Nicht alle entwickeln sich im gleichen Tempo. Gerade sogenannte „späte Talente“ oder Kinder, die körperlich später reifen beziehungsweise innerhalb ihres Jahrgangs zu den Jüngeren gehören, dürfen nicht übersehen werden. Hier ist bereits viel passiert, dennoch sollte dieses Bewusstsein weiterhin fester Bestandteil der Talentförderung bleiben. Außerdem bin ich überzeugt, dass eine ganzheitliche Ausbildung entscheidend ist. Neben Technik, Taktik und Athletik gehören auch Persönlichkeit, mentale Stärke und soziale Kompetenzen dazu. Der wichtigste Baustein dafür sind gut ausgebildete Kinder- und Jugendtrainer. Deshalb sollte die Qualifizierung und Weiterbildung von Trainerinnen und Trainern auch künftig einen hohen Stellenwert haben.

    Wenn du im Jugendfußball sofort etwas verändern könntest – was wäre das?

    Ich würde mir wünschen, dass alle Jugendspieler*innen ausreichend Spielzeit erhalten, ohne Angst vor Fehlern lernen dürfen und mit Freude am Spiel lernen können. So entwickeln sie sich langfristig besser – sowohl fußballerisch als auch persönlich.


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